Unsere Namenspatronin - Leben und Wirken der Emmi Böck

Emmi Böck wurde im Jahr 1932 in Zweibrücken geboren. Im Alter von 6 Jahren zog sie mit ihren Eltern nach Ingolstadt um und machte im Jahr 1952 das Abitur an der Gnadenthal Oberralschule.

Ihr anschließendes Studium der Germanistik, Anglistik und Geschichte an der LMU München wurde durch mehrere Werksstudententätigkeiten und Krankenhausaufenthalte unterbrochen.

Im Jahr 1961 begann Emmi Böck mit ihrer volkskundlichen Sammeltätigkeit und veröffentlichte 1966 einen Bildband über Ingolstadt. Nach weiteren Jahren des Sammelns gab sie 1973 ihr erstes Sagenbuch "Sagen und Legenden aus Ingolstadt und Umgebung" heraus.

Emmi Bck Portrt

In den folgenden Jahren machte sich die "sagenhafte" Emmi Böck auch über Bayerns Grenzen hinaus einen Namen mit mehreren Publikationen rund um das Thema Sagen und Legenden.

Im Jahr 1981 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz sowie 1987 den bayerischen Verdienstorden "für ihre Dienste auf dem Gebiet der Sagen".

Emmi Gabriel

Am 18.12.2002 starb Emmi Böck in Ingolstadt.

 

Im Jahr 2012 wurde die ehemalige Sprachheilschule Ingolstadt in Emmi-Böck-Schule umbenannt

 

Emmi Böck, als “Botschafterin” der Stadt Ingolstadt und der südlich vorgelagerten Hallertau schien uns als Namensgeberin unserer Schule besonders geeignet. Wie keine andere hat sie durch ihre umfassende Sagensammlung Ingolstadt und sein Umland in seinen heimatkundlichen und sprachlichen Wurzeln erforscht, durchdrungen, wissenschaftlich untersucht und in zahlreichen Veröffentlichungen der gesamten Region eröffnet.

Nach dem Studium der Germanistik und Volksskunde hat sie in der Veröffentlichung von Sagen nicht nur einen Lebensinhalt gefunden.

So hat sie das umfangreichste private Sagenarchiv Bayerns aufgebaut und eine Fülle von Sagenbänden veröffentlicht. Als “sagenhafteste Frau” hat sie nicht nur die Sagen des 19. Jahrhunderts einem großen Leserkreis geschenkt, sondern auch für ihre wissenschaftliche Leistung Anerkennung in der Fachwelt gefunden.

“Auf die Leute zugehen und mit ihnen reden, Anteil nehmen an ihrem Leben, fragen.” Damit konnte sie Sagenüberlieferung durch Zuhören und Erzählen aus der Vergangenheit und aus der Vergessenheit in die Gegenwart retten. In ihren Sagensammlungen sind überlieferte Erzählungen der kleinen Leute- meist in deren Dialekt aufbewahrt – ein wertvolles, zu erhaltendes Gut.

 

Emmi Böck bezeichnete sich selbst als “Kämpferin”, als Außenseiterin. Sie musste es lernen, mit ihrer schweren Krankheit umzugehen, sie musste es lernen, ihre Ideen und Vorstellungen gegenüber politischen und wissenschaftlichen Kräften durchzusetzen. Sie blieb eine “eigenständige und eigensinnige Kommunikatorin”, eine Frau voller menschlicher Energie und Kraft und natürlicher Heimatverbundenheit.

Als Trägerin des Bundesverdienstkreuzes und des Bayerischen Verdienstordens blieb sich Emmi Böck immer treu. Sie sah ihr Leben und ihr Werk so:”Im Grunde zählt ja nur die zwischenmenschliche Beziehung und die Arbeit selber.”

 

Sie war eine starke, engagierte und mutige Persönlichkeit. Durch die Namensgebung “Emmi-Böck-Schule” möchten wir gerne einen Teil ihres bemerkenswerten Lebens und Lebensmutes mit in die Zukunft nehmen.

Emmi bei der Arbeit

 

Autor: Bauer

 

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